11. Juni 2014

„'Alla Hopp', dann machen wir halt den Neckar kaputt!“

Freizeitnutzung im Naturschutzgebiet

Der Zuschlag der Dietmar-Hopp-Stiftung für die Gemeinde Ilvesheim wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, und Naturschutzbund Mannheim (NABU) kritisch gesehen. Zwar ist der Zuschlag grundsätzlich erfreulich, allerdings hat die Gemeinde in ihrer Bewerbung auch Teile eines Naturschutzgebietes und eines europäischen Schutzgebietes als mögliche Standorte genannt. Dies stellt aus Sicht des BUND einen Tabubruch dar, zumal das Gebiet bereits stark unter illegaler Freizeitnutzung leidet.

„Eingriffe in diesem Ausmaß verstoßen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und sind nicht ohne weiteres genehmigungsfähig“, sagt Tobias Staufenberg, Geschäftsführer des BUND Rhein-Neckar-Odenwald. „Die Stadt Ilvesheim muss jetzt ein alternatives Konzept vorlegen, dass keine Eingriffe in Schutzgebiete mehr beinhaltet. Andernfalls werden BUND und NABU einer Befreiung von den Schutzgebietsvorschriften nicht zustimmen“, so Paul Hennze, Vorsitzender des NABU Mannheim.

Im Rahmen der Beteiligung der Naturschutzverbände werden BUND und NABU bei Befreiungsanträgen für Eingriffe in Naturschutzgebiete um Stellungnahme gebeten: stimmen die Verbände einer Befreiung nicht zu, können sie die Vorlage beim zuständigen Ministerium verlangen und/oder vor dem Verwaltungsgericht klagen. Bisher wurde nach Wissen des BUND beim Regierungspräsidium Karlsruhe noch kein Antrag auf Befreiung von den Vorschriften gestellt.

Das Naturschutzgebiet „Unterer Neckar: Altneckarschleife – Neckarplatten“ erstreckt sich über den südlichen und östlichen Teil der Ilvesheimer Neckarschleife bis nach Ladenburg. Besonders in der südlichen Neckarschleife finden sich im Sommer zahlreiche Badegäste, denen oft nicht bewusst ist, dass der Aufenthalt dort eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Der BUND hatte den Bürgermeister der Stadt Ilvesheim bereits Ende 2013 auf das Problem hingewiesen, allerdings bis heute keine Antwort bekommen.

„Wir sind aber sicher, dass wir gemeinsam mit der Gemeinde und der Stiftung einen Weg finden können, um das Projekt ohne Schaden für Umwelt und Natur umzusetzen“, so Staufenberg.

Die Gemeinde Ilvesheim hatte am 5.Juni von der Dietmar-Hopp-Stiftung den Zuschlag für ein Projekt bekommen, dass sie im Rahmen der Aktion „Alla Hopp“ eingreicht hatte. Hierbei sollen generationenübergreifende Bewegungs- und Begegnungsräume geschaffen werden.




Kontakt

BUND Rhein-Neckar-Odenwald
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