14. Dezember 2017

BUND und GVV Schönau für naturverträglichen Ausbau der Windenergie

Bürgerwindpark "Großer Wald" bei Buchen (Bild: Eckart Köster)

Der Ausbau der Windenergienutzung ist unverzichtbar, wenn die Energiewende gelingen und die Klimaziele der Bundesrepublik erreicht werden sollen. Darüber waren sich Vertreter des BUND-Regionalverbandes Rhein-Neckar-Odenwald, des BUND-Kreisverbandes Bergstraße und des Gemeindeverwaltungsverbandes Schönau einig. Aber bei der Festlegung der Standorte muss mit großer Sorgfalt vorgegangen werden, um die Bevölkerung vor Ort mitzunehmen und den Natureingriff zu minimieren.

„Es kann nicht sein, dass unsere Verbandsgemeinden bedingt durch die umliegende Landesgrenze nicht oder zu spät mitbekommen, welche Planungen für Windenergieanlagen laufen.“, sagt GVV-Geschäftsführer Werner Fischer. „Erschwert wird die Transparenz der Planungen zudem durch Unterschiede im Planungsrecht in Hessen und Baden-Württemberg. In Hessen werden in den Regionalplänen Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen, alle übrigen Gebiete sind automatisch ausgeschlossen. In Baden-Württemberg gibt es die regionalen Vorranggebiete ebenfalls, auf den übrigen Flächen legen die Kommunen aber selbst fest, ob und wo sie Windenergie zulassen wollen.“

„Als anerkannter Naturschutzverband fordern wir einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie. Konflikte mit dem Artenschutz müssen wo möglich gelöst werden und wo nicht möglich das Ende des Vorhabens bedeuten.“, sagt Tobias Staufenberg, BUND-Regionalgeschäftsführer. „Und selbstverständlich ist der gesetzliche Abstand zu Wohnsiedlungen strikt einzuhalten. Letztlich ist jede Form der Energieerzeugung – Windenergie, Kohle, Atom – mit Zumutungen verbunden. Das Motto „Windenergie ja - hauptsache nicht bei uns im Odenwald“ darf aber keine Ablehnung begründen.“

Für den Artenschutz sind umfassende Untersuchungen der im Planungsgebiet und seinem Umfeld vorkommenden Arten unabdingbar. Der BUND Landesverband Baden-Württemberg hat erst kürzlich kritisiert, dass viele der Gutachten zur Erfassung der Arten grob mangelhaft sind.

Alle Gesprächsteilnehmer, darunter Bürgermeisterin Pfahl aus Heiligkeuzsteinach, Bürgermeister Zeitler aus Schönau, Bürgermeister Roth aus Heddesbach und Bürgermeister Oeldorf aus Wilhelmsfeld waren sich einig, dass dieser Missstand rasch abgestellt werden muss.

Derzeit werden die Gutachter vom Vorhabenträger selbst ausgewählt und bezahlt. Da kann es schon mal sein, dass die nötige Objektivität auf der Strecke bleibt“, sagt BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter. GVV- und BUND-Vertreter wollen deshalb gemeinsam an die politisch Verantwortlichen herantreten, um auf eine Änderung im Planungsrecht hinzuwirken. Alle Teilnehmer sahen darüber hinaus die dringende Notwendigkeit, dass umwelt- und artenschutzrechtliche Gutachten einer verlässlichen Form der Qualitätssicherung unterstellt werden.




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