29. September 2016

Flurneuordnung bedroht Europäisches Vogelschutzgebiet

Rodung im Vogelschutzgebiet zwischen Dossenheim und Schriesheim. Bild: Dermot O'Connor

Im Bereich des europäischen Vogelschutzgebietes „Bergstraße Dossenheim-Schriesheim“ wird derzeit über mögliche Flurneuordnungen diskutiert. In Schriesheim fanden in den letzten Monaten bereits mehrere Infoveranstaltungen durch das Amt für Flurneuordnung statt. Dabei ging es um eine mögliche Flurneuordnung im Bereich „Mergel“. Die Naturschutzverbände BUND, NABU und LNV sehen deutliche Gefahren für das Schutzgebiet und haben daher ein Positionspapier mit Forderungen an mögliche Flurneuordnungsverfahren veröffentlicht. Die Umsetzung vieler der genannten Forderungen ist aus Sicht der Verbände zudem unumgänglich, um drohende Verstöße gegen das europäische Naturschutzrecht zu verhindern.

„Das Vogelschutzgebiet befindet sich in einem immer schlechteren Zustand, nachdem in den letzten Jahren bereits ca. 300 Bäume – teils illegal – gefällt wurden. Eine Flurneuordnung muss daher primär den Interessen der Natur dienen.“, sagt Tobias Staufenberg, Regionalgeschäftsführer des BUND. „Ein Flurneuordnungsverfahren darf keinesfalls zu einer weiteren Verschlechterung führen, sondern muss der negativen Entwicklung entgegenwirken.“

Das Vogelschutzgebiet „Bergstraße Dossenheim-Schriesheim“ liegt zwischen Dossenheim und Schriesheim und gehört zum Schutzgebietsnetzwerk NATURA 2000. Es ist ein wichtiger Lebensraum für Neuntöter, Zaunammer, Wespenbussard, Uhu und für viele weitere, teils gefährdete Vogelarten. Es umfasst etwa 361ha Fläche, liegt vollständig im Naturpark Neckartal-Odenwald und überlappt sich mit weiteren Naturschutz- und FFH-Gebieten. Der BUND Ortsverband Dossenheim hat in den letzten Jahren im Gebiet ca. 300 Rodungen von Bäumen dokumentiert und teils auch zur Anzeige gebracht. Die damit verbundenen Schäden für den Schutzzweck des Gebietes verstoßen nach Auffassung der Naturschutzverbände gegen das Verschlechterungsverbot der EU-Vogelschutzrichtlinie.

Auf Initiative von Schriesheimer Winzern wurde das Flurneuordnungsverfahren „Mergel“ (Verfahrensnummer: 4066) angestoßen. Das Verfahren ist noch nicht angeordnet.

Das genannte Positionspapier finden Sie hier: http://www.bund-rhein-neckar-odenwald.de/fileadmin/rv_rno/inhalte/Themen_Projekte/Natur-Artenschutz/BUND-NABU-LNV_Position_zur_Rebflurbereinigung_Mergel_final_.pdf




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