23. Januar 2013

Investoren und Verbände treiben Bewerbung voran

Der BUND Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald lehnt die Bewerbung der Stadt Mannheim als Austragungsort einer Bundesgartenschau (BUGA) im Jahr 2023 ab. Die gelieferten Vorschläge sind intransparent und mit negativen Auswirkungen auf Umwelt und Natur verbunden. Zudem liefern BUGAs kaum Vorbilder für einen nachhaltigen Gartenbau und sind oft Kostenfallen. Statt dessen fordert der BUND eine vollständige Renaturierung des Spinelli-Geländes.

„Eine BUGA auf dem Spinelli-Gelände und im benachbarten Landschaftschutzgebiet ist vollkommen fehl am Platz. Von einer solchen Umwandlung des Spinelli-Geländes mit öffentlichen Mitteln profitieren allein die Investoren, die hochwertige Wohnanlagen im Norden des Geländes errichten wollen“, sagt Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND Regionalverbands. „Eine vollständige Begrünung von Spinelli würde Erholungsräume schaffen ohne der Natur zu schaden und die Interessen von Lobbyisten zu bedienen.“

Der BUND Regionalverband fordert daher, das Spinelli-Gelände zu renaturieren und dem Umwelt- und Naturschutz zuzuführen. Dies würde einer grünen Stadtentwicklung und den Erholungsbedürfnissen der anliegenden Bürger Rechnung tragen. Zudem würden Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet „Feudenheimer Au“ vermieden und dessen Schutzzweck unterstützt.

Der BUND Regionalverband kritisiert auch die Intransparenz des Prozesses: die Verhandlungen liefen weitgehend hinter verschlossenen Türen ab, so dass von Bürgerbeteiligung nicht die Rede sein kann. Es ist fraglich, ob eine unabhängige Prüfung des Konzepts inklusive Finanzierung und Nachnutzung überhaupt stattgefunden hat. Zudem existiert kein Alternativvorschlag für die Nutzung von Spinelli: die BUGA wird somit als alternativlos dargestellt.

Die Bundesgartenschauen werden von der Deutsche Bundesgartenschau GmbH vergeben, deren Gesellschafter die zentralen Verbände der Gartenbaubranche sind. Es handelt sich um mit Steuergeldern finanzierte Werbeveranstaltungen. Zudem wird auf diesen Veranstaltungen weder nachhaltiger noch naturnaher Gartenbau beworben, sondern vom Menschen gestaltete und geformte Natur mit hohem Einsatz von Pestiziden, Dünger, Torfsubstraten, Bewässerung und Pflege.




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