24. Juni 2015

Lebendiger oder schon halbtoter Neckar?!

Badende in der Ilvesheimer Neckarschleife / Bild: Dieter Arnold

In Heidelberg hat sich das Aktionsbündnis Unterer Neckar gegründet, ein Zusammenschluss aus BUND, NABU, LNV und engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Anlässlich des Aktionstags „Lebendiger Neckar“ kritisiert das Aktionsbündnis den teilweise bedenklichen Zustand des Flusses und der örtlichen Schutzgebiete. Vor allem die Umsetzung der Hochwasserschutzverordnungen aber auch das Verhalten der Menschen in den Schutzgebieten entlang des Neckars seien problematisch.

„Der 'lebendige Neckar', wie er heute gefeiert wird, ist in akuter Gefahr. Zwischen Heidelberg und Mannheim sind zahlreiche Brennpunkt entstanden, an denen rasches Handeln erforderlich ist. Naturschutzgebiete werden als Partylocation genutzt und die Vegetation am Neckarkanal und -damm teils vollständig gerodet. Wir sind derzeit auf dem besten Weg, einen der letzten naturbelassenen Bereiche der Region zu vernichten und wiederkehrende Neubürger wie den Biber wieder zu vertreiben“, sagt Tobias Staufenberg, Regionalgeschäftsführer des BUND.


Ein zentrales Problem ist aus Sicht des Aktionsbündnisses die Freizeitnutzung in bestehenden Naturschutzgebieten. So wird die Ilvesheimer Altneckarschleife im Sommer zur Party- und Grillzone. Trotz der vereinbarten Schonzeitsperrung wird das Gebiet auch weiterhin begangen und nicht ausreichend geschützt. Auch in Edingen-Neckarhausen werden die Kiesbänke im Naturschutzgebiet regelmäßig als Freizeitfläche genutzt.


Starke ökologische Eingriffe stellen die teils massiven Rückschnittmaßnahmen dar, die im letzten Jahr in Heidelberg und Mannheim aufgrund neuer Regelungen zum Hochwasserschutz am Neckarkanal und -damm durchgeführt wurden. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses sind sich zwar bewusst, dass Hochwasserschutz ein enorm wichtiges Thema ist, fordern allerdings, vorher Einzelfallbetrachtungen durchzuführen und die Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu untersuchen.


Weitere Probleme bestünden in der zunehmenden nächtlichen Fischerei auf Großwelse, die sich mittlerweile zum lukrativen Geschäftsfeld entwickelt hat. Auch die Ausbringung von Pflanzengiften am Mannheimer Neckarufer müsse gestoppt werden.


„Die Probleme sind jedoch allesamt lösbar, wenn auch wirklich alle - Verwaltung, Bürger, Verbände und Ordnungsdienste - an einem Strang ziehen“, so Thomas Matuszek vom Aktionsbündnis Unterer Neckar.




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BUND Rhein-Neckar-Odenwald
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