22. November 2012

Obstbaumpflanzungen auf dem kurzen Dienstweg

Die geplante Errichtung eines Reiserschnittgartens im Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Hockenheimer Rheinbogen“ wird vom BUND Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald skeptisch betrachtet. Die Öffentlichkeit sowie die Umwelt- und Naturschutzverbände wurden erst mit großer Verzögerung über das Projekt informiert, so dass eine kritische Einflussnahme kaum noch möglich war. Zudem ist bisher keine Bilanzierung eines möglichen Pestizideinsatzes sowie des erhöhten Verkehrsaufkommens und der draus resultierenden Folgen für das Natur- und Landschaftsschutzgebiet erfolgt.

„Weder das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, noch die zuständigen Behörden im Regierungspräsidium und im Rhein-Neckar Kreis haben das Projekt bisher stichhaltig begründet“, so Thomas Kuppinger vom BUND Hockenheimer Rheinebene. „Wir wurden erst über das Verfahren informiert, als sich bereits eine Betreibergesellschaft gegründet hatte, das Land finanzielle Unterstützung zugesagt hatte und vor Ort mit den ersten Vorbereitungen begonnen wurde“, so Kuppinger weiter.

Der Reiserschnittgarten in Hockenheim ist als Ersatz für den Reiserschnittgarten Weinsberg gedacht, der aufgrund von Obstbaumkrankheiten und Bodenmüdigkeit aufgegeben werden muss. Bereits im März dieses Jahres hatte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz den Neuaufbau eines Reisergartens angekündigt und im Juni wurde eine Betreibergesellschaft gegründet. Erst im September erfuhr der BUND durch Anfragen bei Behörden bezüglich geplanter Baumfällungen am Insultheimer Hof von dem Projekt.

„Auch von Seiten der Unteren Naturschutzbehörde scheint hier keine ausgiebige Prüfung der umwelt- und naturschutzrelevanten Aspekte stattgefunden zu haben. Die personelle Unterbesetzung der Behörde ist katastrophal und das Landratsamt muss endlich für eine bessere personelle Ausstattung seiner Behörde sorgen“, sagt Tobias Staufenberg, Geschäftsführer des BUND Regionalverbands Rhein-Neckar-Odenwald.

Reisergärten dienen der Auf- und Nachzucht von Obstbäumen und tragen durch ihre Sortenvielfalt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der landwirtschaftlichen und biologischen Diversität bei. Durch Schädlingsbefall und Krankheiten wie den Feuerbrand bedingen sie aber auch den hohen Einsatz von Pestiziden und Antibiotika.

Eine Übersicht über die Geschehnisse finden Sie beim BUND Hockenheimer Rheinebene: http://hockenheimer-rheinebene.bund.net/aktuelles/reiserschnittgarten/




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BUND Rhein-Neckar-Odenwald
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