19. Februar 2014

Trotz frühlingshafter Temperaturen keine blühende Bergstraße

Bergstraße bei Schriesheim. Bild: Siegfried Demuth

Die Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) „Blühende Badische Bergstraße“ kommt zu langsam voran, kritisiert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald. Das Projekt liegt seit einem Jahr auf Eis, da bis heute keine Besetzung des vorgesehenen hauptamtlichen Regionalmanagements stattgefunden hat. Aus Sicht des BUND wird damit die Chance vertan, die Zusammenarbeit der Gemeinden entlang der Bergstraße zum Wohl von Mensch und Natur voran zu bringen.

„Man hat langsam das Gefühl, der Klimawandel schreitet schneller voran als die blühende Bergstraße“, sagt Gerhard Röhner, Naturschutzbeauftragter des BUND Regionalverbands. „Es ist unbegreiflich, wieso das Regionalmanagement nicht eingesetzt wird, obwohl die Aufgaben und Zeitpläne längst entwickelt sind. Die Kommunen, der Landkreis und das Land Baden-Württemberg vertun hier wertvolle Zeit. Eine artenreiche blühende Bergstraße nützt Schmetterlingen und Insekten genauso wie Landwirten, Winzern, Imkern und Erholungssuchenden.“

Die an der Badischen Bergstraße gelegenen Städte und Gemeinden Laudenbach, Hemsbach, Weinheim, Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim möchten im Sinne der Integrierten Ländlichen Entwicklung die regionale Wertschöpfung sichern und ausbauen. Dabei soll vor allem auf die Inwertsetzung der vor Ort vorhandenen Entwicklungspotenziale gesetzt werden. Zu diesem Zweck haben die oben genannten Städte und Gemeinden am 20.04.2011 beschlossen, für Teilbereiche ihrer Stadt- bzw. Gemeindegebiete ein sogenanntes Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (kurz: ILEK) zu erstellen. Die Entwicklung der Kommunen in den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus soll dabei so koordiniert werden, dass mögliche Synergien optimal genutzt werden können.

Zur Umsetzung des ILEK-Projektes soll auch ein hauptamtlicher Regionalmanager oder eine Regionalmanagerin eingestellt werden. Die finanzielle Unterstützung dazu kommt von Seiten des Landes Baden-Württemberg. Die Stelle sollte bereits Anfang 2014 besetzt werden, bisher ist aber nichts dergleichen geschehen. Auch eine Ausschreibung ist bisher nicht erfolgt. Aus Sicht des BUND wird hier Zeit verschenkt. Der BUND begrüßt demgegenüber ausdrücklich das Engagement der Stadt Hemsbach, wo sich auf Initiative der Kommune ein Kreis von Aktiven aus Zivilgesellschaft und Verwaltung zusammengefunden hat, um auf Hemsbacher Gemarkung einen Teil der Ergebnisse des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzepts (ISEK) umzusetzen. Die ISEK-Projektgruppe „Vorgebirge“ orientiert sich dabei an den Zielen des ILEK-Prozesses.




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