Aktionsbündnis Unterer Neckar - für den Erhalt des Naturschutzgebiete am Altneckar in Heidelberg

Silberreiher am Altneckar in Wieblingen (Bild: U.Kaboth)

Ein Naturschutzgebiet – so steht es im Bundesnaturschutzgesetz – dient der Erhaltung von Lebensgemeinschaften bestimmter Tier- und Pflanzenarten. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestanteile führen, sind verboten.

Das scheint eine klare Regelung zu sein und für alle Naturschutzgebiet, auch für das am Unteren Neckar zu gelten. Vor über 30 Jahren wurde zwischen Mannheim und Heidelberg 6 kleine Naturschutzgebiete und 5 diese Landschaftsschutzgebiete in dieser Flussaue ausgewiesen. Anfang des Jahrhunderts folgte die Aufnahm dieses naturnahen Flussabschnittes in das europäische Netz „Natura 2000“ aufgenommen, das dem länderübergreifenden Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen dient. .

Viele streng geschützte Arten konnten am Unteren Neckar nachgewiesen werden. Vor einigen Jahren ist auch der Biber in diese Auenlandschaft zurückgekehrt.

Das könnte die Naturschützer am Neckar freuen und beruhigen.

Doch leider vergeht kaum ein Monat, in dem der Schutz dieses Naturparadieses nicht durch Rodungsmaßnahmen oder durch rücksichtsloses Freizeitverhalten verletzt oder durch Pläne zur Nutzung der Neckaraue für Verkehrs- und Siedlungszwecke in Frage gestellt wird.

Zahllose Gespräche mit Ämtern und Behörden konnten diese Entwicklung bisher nicht aufhalten. Deshalb gründete sich Anfang 2015 das „Aktionsbündnis Unterer Neckar“, ein Zusammenschluss aus Mitgliedern des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND: Kreisgruppe Heidelberg und Ortsgruppe Wieblingen), des Naturschutzbundes (NABU), des Landesnaturschutzverbandes (LNV) und engagierten Bürgern. Ziele des Bündnisses sind, ein ortsübergreifendes Netzwerk zu bilden, einen optimalen Informationsfluss zwischen den Naturschützern am Unteren Neckar sicherzustellen und die Kräfte zu bündeln.

Die Naturschützer am Neckar hoffen auf diese Weise den Schutzstatus der einmaligen Flussaue und seiner Lebewesen langfristig erhalten zu können und viele Mitstreiter für dieses Ziel zu gewinnen.

Aufgrund der neuen Hochwasserschutzrichtlinien von 2012 wurde bereits vor einigen Jahren damit begonnen, zahlreiche Bäume und Büsche auf dem Neckardamm zu entfernen. Die Rodungen auf dem Damm reißen große Lücken in die Vegetation. Damit ist der wertvolle Biotopverbund, der durch die Unterschutzstellung erhalten werden sollte, gefährdet.

Das Aktionsbündnis forderte deshalb, dass Ausgleichsmaßnahmen und Ausweichmöglichkeit für dort lebenden Tiere zeitlich so vor den Rodungen durchzuführen, dass die Kontinuität des Naturschutzes gwährleistet ist.

Nun ist es am Neckarseitenkanal in Ladenburg erstmal gelungen, Planung für vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen durchzusetzen. Vor dem Hintergrund, dass am Seitenkanal Ladenburg rund 11 ha gerodet werden sollen, war es den Naturschützern der Region wichtig, dass dort - zwischen Damm und Ufer - ein Gehölzstreifen als Ersatzbiotop gepflanzt wird. Wir hoffen, dass die dort geplante Hecke mit heimischen Gehölzen in diesem Frühjahr gepflanzt und über die Jahre sachgerecht gepflegt wird.

Wir hoffen, dass auch an den anderen Dammabschnitten rechtzeitig Ausgleichsquartiere geschaffen werden können - jedenfalls für einige der Tiere, deren Lebensraum durch die Dammrodungen beseitigt wird.

Kontakt:

Wenn Sie sich für das Aktionsbündnis Unterer Neckar interessieren, melden Sie sich bitte bei Regine Buyer: regine.buyer@bund.net

Rodung am Mannheimer Neckardamm (Bild: G.Mair)

Die Situation am Neckarufer in Ladenburg 2018

Um den Schutz unserer Flüsse vor der zunehmenden Belastung durch den Eintrag an Nährstoffen und Pestiziden zu schützen, stehen die Gewässerrandstreifen unter besonderem Schutz. Nach wiederholten Gesprächen des AUN mit der Stadtverwaltung in Ladenburg können nun (2018) an einigen Stellen auch wieder Stauden am Neckarufer wachsen.

Da Ladenburg zu den Gewinnern des Projekts “Natur nah dran” gehört, das Projekte zur biologischen Vielfalt unterstützt, haben die Ladenburger nun die Hoffnung, dass auch das gesamte Neckarufer in Zukunft wirksam geschützt wird.

Wiederholte Randstreifenrückschnitte, wie sie in den letzten Jahren in Landeburg üblich waren. Foto: Birgit Biemann
2018: Sichtbare Fortschritte in Ladenburg. Foto: Birgit Biemann