BUND Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald

"Die Nachtretter"

Der BUND-Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald möchte mit dem Projekt „Nachtretter“ zeigen, wie wertvoll und schützenswert die Dunkelheit der Nacht ist und zu einem sinnvollen Umgang mit Licht anregen.

In aktuellen Forschungsergebnissen rückt die Lichtverschmutzung zunehmend als eine der Hauptursachen für den dramatischen Rückgang der nacht- und dämmerungsaktiven Lebewesen im Allgemeinen und für das Insektensterben im Besonderen in den Fokus. Der Verlust der Biodiversität hat also viel damit zu tun, wie viel künstliches Licht wir unserer Umwelt zumuten.

Der Wert der Nacht

Der Rhythmus des Lebens

Der Tag-Nacht-Rhythmus ist die Grundlage für fast alles Leben. Aber wo sind die dunklen Nächte geblieben? Künstliches Licht, eine der besten Erfindungen der Menschheit, ist heute in unseren Städten und Dörfern vielerorts zum Störfaktor geworden. Die nächtliche Beleuchtung hat nicht nur große Auswirkungen auf unsere Tierwelt, sondern auch auf die menschliche Gesundheit. Zugvögel werden durch Lichtimmissionen in ihrer Orientierung gestört, für Singvögel gehen Abend- und Morgendämmerung nahtlos ineinander über, lichtscheue Fledermausarten werden regelrecht verdrängt und lokal kann es zum Verlust von ganzen Nachtfalterpopulationen kommen. Auch die Fische in unseren Flüssen und Seen sind betroffen, ebenso die Stadtbäume und viele mehr.

 

Heidelberger Schloss in der Abenddämmerung  (Foto: Julia Köster / BUND)

Der Verlust der Nacht

Unser Planet leuchtet  (Foto: Lev / Adobe Stock)

Ganz schleichend ist die Nacht auch für uns verloren gegangen. Wann und wo  haben Sie zum letzten Mal die Milchstraße gesehen? Wie war es noch vor 200 Jahren, als es noch keine künstliche Beleuchtung gab?  


Der Blick in den Himmel muss fantastisch und atemberaubend gewesen sein. Heute leuchtet der Planet Erde während wir schlafen. Und das in Zeiten eines globalen Klimawandels und der unabdingbaren Notwendigkeit, unseren Energieverbrauch zu drosseln.

Auch Solarleuchten leuchten

Haben Sie sich mal nachts vor Ihre Haustüre gestellt und darauf geachtet, wie hell oder dunkel es in Ihrem Wohnumfeld ist? Wie viele Hauseingänge, Hofeinfahrten und Fassaden sind in Ihrer Nachbarschaft beleuchtet? In wie vielen Gärten leuchten vermeintlich umweltfreundliche Solarlampen? Wie weit reicht das Streulicht der Straßenbeleuchtung? Ist der Parkplatz vom Supermarkt oder dessen Fassade nachts beleuchtet, obwohl niemand da ist?

Auch wenn es vielleicht nur um einzelne Lampen oder Solarleuchten geht, so haben sie dennoch großen Einfluss auf alle Tiere in Ihrem Wohnumfeld: Vom Igel bis zu den Nachtfaltern, Fledermäusen und nachts ruhebedürftigen Gebäudebrütern. Nicht zu vergessen die Nachbarn, die eventuell durch die Außenbeleuchtung am Ein- und Durchschlafen gehindert werden. Während wir unsere Rollläden runterlassen können, können sich die Tiere nicht dagegen wehren, wenn wir die Nacht vielerorts zum Tag machen.

Das darf doch gar nicht sein!

Menschen und tagaktive Tiere brauchen die Nacht zum Schlafen und nachtaktive Tiere können ohne die Dunkelheit der Nacht nicht leben. Das Kunstlicht gilt deshalb je nach Art und Ausmaß seit 2011 gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz als schädliche Umwelteinwirkung. Ziel dieses Gesetzes ist es, neben dem Menschen auch Tiere und Pflanzen vor schädlichen Lichtimmissionen zu schützen. Auch in der Neufassung des Landesnaturschutzgesetzes vom 23. Juli 2020, die aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hervorgegangen ist, befinden sich unter den Neuregelungen Vorschriften zur insektenfreundlichen Beleuchtung. Endlich!

Das Projekt „Die Nachtretter“

 (Stiftung Naturschutzfonds)

Der BUND-Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald möchte mit dem Projekt „Die Nachtretter“ die Dunkelheit der Nacht als bedeutsames, schützenswertes Ökosystem / Gut begreifbar machen und zu einem sinnvollen Umgang mit Licht anregen. Die Kommunen, Firmen, Kirchengemeinden und Privatpersonen im gesamten Rhein-Neckar-Raum sollen angesprochen und dazu bewegt werden, die nächtlichen Lichtimmissionen zu reduzieren. Mit Hilfe von allen Teilen der Bevölkerung, insbesondere auch der Aktiven in den BUND-Orts- und –Kreisverbänden, wird eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes durchgeführt. Dabei kann jede Bürgerin und jeder Bürger mitmachen! Darüber hinaus machen wir konkrete Verbesserungsvorschläge und bieten unsere Unterstützung bei der Umsetzung an.

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Naturschutzfonds

Ansprechpartner

Dipl.-Biol. Brigitte Heinz

Projektleitung
Willy-Brandt-Platz 5 69115 Heidelberg Tel.: 06221 182631

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